Beschlagsanleitung bei chronischer Hufrehe

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In der folgenden Anleitung zeigt Wolfgang Busch, wie man den zehenoffenen Duplo-Beschlag bei chronischer Hufrehe einsetzen kann.

Allgemeines
Bitte lassen Sie zeitnah zum Beschlag Röntgenaufnahmen anfertigen, die die Position des Hufbeins innerhalb der Hornkapsel zeigen. Nur so kann der Beschlag korrekt positioniert werden und keinen Schaden anrichten. Der Metallkern des vorderen Stegs darf auf keinen Fall zu weit vorne unter dem Hufbein zu liegen kommen! Er muss etwa 12-15 mm (je nach Hufgröße) hinter dem vorderen Hufbeinrand ("Hufbeinspitze") liegen.

   

Markieren Sie am Huf unbedingt die Position des vorderen Hufbeinrandes - und zwar so, dass die Markierung nicht bei der folgenden Bearbeitung des Hufs abgeraspelt oder weggeschnitten werden kann. Am besten verwenden Sie dazu einen Permanentmarker und markieren die entsprechende Stelle auf dem Sohlenhorn, nachdem Sie dort das Zerfallshorn entfernt haben, aber noch vor Winkel- oder Wandkorrekturen.

 

Vorbereitung des Hufs
Sie bearbeiten den Huf grundsätzlich genauso wie für jeden anderen Rehebeschlag. Wichtig ist, dass Sie entlang des Tragrands eine deutliche Fase anbringen (mindestens 2 mm), um zu verhindern, dass der Huf über den Beschlag hinauswächst.

Vorbereitung des Beschlags
Platzieren Sie zunächst den vorderen Steg eines Beschlags im korrekten Verhältnis zum Hufbeinrand (siehe oben). Wenn dann gleichzeitig die Nagellöcher über der weißen Linie liegen, haben Sie die passende Beschlagsgröße gefunden.

Diesen Beschlag bringen Sie dann mit einem Winkel- oder Bandschleifer in die endgültige Form. Auf die folgenden Aspekte sollten Sie dabei achten:
• Der vordere Steg muss einen Mindestabstand von ungefähr 5 mm zur darüberliegenden Sohle aufweisen. Wenn der Abstand geringer ist (z. B. bei einer sehr flachen Sohle), entfernen Sie einfach entsprechend viel Kunststoff vom Steg, bis der notwendige Abstand erreicht ist.
• Auch von vorne können Sie den Steg beschleifen - gegebenenfalls bis kurz vor dem Metallkern.
• Achten Sie bei allen Schleifarbeiten darauf, dass keine Kanten oder punktuelle Vorsprünge auf der Hufseite des Beschlags entstehen - der Steg muss sich quasi in die Sohle "einschmiegen".
• Entlang der Seitenwände sollte der Beschlag jeweils etwa 2 mm über den Huf überstehen, im Trachtenbereich nur ein kleines Stück.
• Um den Huf beim Auf- und Abfußen zu entlasten, schleifen Sie eine leichte Zehen- und Trachtenrichtung an. Die Trachtenrichtung sollte schon kurz vor den Trachten beginnen.
• Um ein Abtreten des Beschlags zu verhindern, können Sie schließlich noch alle Ränder abrunden.

 
 

Auswahl der Polstermasse
Nun müssen Sie sich entscheiden, ob Sie ein Knet- oder ein Gusspolster verwenden wollen. Der Vorteil einer knetbaren Polstermasse ist, dass sie leichten, definierten Druck auf die Sohle ausübt und gleichzeitig die Hufwände so weit wie möglich entlastet.

Anbringen des Beschlags mit Knetpolster
Wenn Sie sich für ein Knetpolster entschieden haben, messen Sie zunächst die richtige Menge der Polstermasse ab. Verwenden Sie in dieser Phase noch keinen Härter! Drücken Sie die Polstermasse von den Trachten bis zum vorderen Hufbeinrand in die Hufwölbung. Das Polster darf leicht über den Tragrand überstehen.

 

Dann lösen Sie die Polstermasse wieder vom Huf, verkneten sie mit dem Härter (Mengenangaben des Herstellers beachten!) und drücken sie wieder in die Hufwölbung ein. Anschließend legen Sie den Beschlag in der korrekten Position auf den Huf und fixieren ihn zunächst mit jeweils einem Nagel im Bereich der Seitenwände.

Bevor Sie den Huf zur Kontrolle abstellen, sollte das Polster kurz vor dem Aushärten sein. Im Idealfall bleibt so ein minimaler Polsterüberstand (maximal 0,5 mm) zwischen dem Tragrand und dem Beschlag. Dieser Überstand hilft bei der Druckverteilung und entlastet die geschädigten Hufwände weitgehend. Falls die Sohle sehr empfindlich ist, können Sie zunächst aber auch auf diesen Polsterüberstand verzichten.

Wenn alles passt, schlagen Sie die restlichen Nägel ein. In der Regel genügen vier bis sechs Nägel pro Huf, um den Beschlag sicher zu fixieren - immer abhängig davon, wie viel und auf welchem Untergrund sich das Pferd bewegt.

Je nach Zustand der Hufwand kann es sein, dass Sie auch hinter der weitesten Stelle der Hufwand nageln. Im Hinblick auf eine mögliche Einschränkung des Hufmechanismus ist das aber völlig irrelevant, denn jeder geschlossene Beschlag mit Polster schaltet den Hufmechanismus ohnehin aus.

Anbringen des Beschlags mit Gusspolster
Wenn Sie sich für ein Gusspolster entschieden haben, kleben Sie den Sohlenbereich des Beschlags auf der Bodenseite mit Gewebeband ab, damit das Gusspolster nicht durch die Gittersohle fließen kann. Anschließend legen Sie den Beschlag in der korrekten Position auf den Huf und fixieren ihn zunächst mit jeweils einem Nagel im Bereich der Seitenwände.

 

Nachdem Sie den Huf zur Kontrolle abgestellt haben und keine Nachbesserungen notwendig sind, schlagen Sie die restlichen Nägel ein. In der Regel genügen vier bis sechs Nägel pro Huf, um den Beschlag sicher zu fixieren - immer abhängig davon, wie viel und auf welchem Untergrund sich das Pferd bewegt.

Je nach Zustand der Hufwand kann es sein, dass Sie auch hinter der weitesten Stelle der Hufwand nageln. Im Hinblick auf eine mögliche Einschränkung des Hufmechanismus ist das aber völlig irrelevant, denn jeder geschlossene Beschlag mit Polster schaltet den Hufmechanismus ohnehin aus.

Nach dem Aufnageln dichten Sie den vorderen Steg des Beschlags mit einer flexiblen Masse (z. B. handelsüblichem Knetgummi) oder Gewebeband nach vorne hin ab. Seitlich am Huf können Sie mit Gewebeband eine "Form" anbringen, die auch ein seitliches Ausgießen ermöglicht. Damit wird der Beschlag noch besser gegen versehentliches Abtreten geschützt.

   

Nun füllen Sie vom Trachtenbereich her das Polstermaterial ein und umwickeln den gesamten Huf anschließend mehrfach eng mit Stretchfolie. So können Sie den Huf schnell abstellen und das Polster kann am stehenden Huf aushärten.

 

Abschließende Arbeiten
Beim Vernieten gelten die gleichen Grundsätze wie bei jedem anderen Duplo-Beschlag auch. Sie sollten allerdings darauf achten, dass die Polstermasse - egal ob Knet- oder Gusspolster - ausgehärtet ist, bevor Sie mit dem Vernieten beginnen; ansonsten kann der Druck des Hufbocks zu Problemen führen.

Dann berunden Sie noch die Hufzehe. Bitte achten Sie darauf, dass dabei keine abrupten Radienübergänge am Hufumfang entstehen.

Wenn Sie anschließend das Laufverhalten des Pferdes kontrollieren, sollte es auf jeden Fall gleich gut oder besser laufen als vor dem Anbringen des Beschlages. Wenn das nicht der Fall ist, müssen Sie unbedingt überprüfen, ob auf einzelne Bereiche oder auf die gesamte Sohlenfläche zu viel Druck ausgeübt wird. In diesem Fall müssen Sie die Polsterstärke reduzieren und möglicherweise den vorderen Steg nachschleifen.

   

Weitere Informationen
Zum Weiterlesen empfehlen wir Ihnen die folgenden Seiten:

Informationen über Hufrehe

Zehenoffene Duplo-Beschläge

Letzte Änderung: 21.07.2017

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